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Naturschutzgebiet Himmelgeister Rheinbogen

Der Himmelgeister Rheinbogen ist ein gut erhaltenes Beispiel  für die typische niederrheinische Kulturlandschaft. Er wird geprägt durch den Wechsel von Wiesen und Ackerflächen, die durch Pappelreihen, Hecken und Feldgehölze gegliedert werden. Die seit 1996 als Naturschutzgebiet ausgewiesene Fläche ist 214 Hektar groß. Bei einer Erfassung des Pflanzenbestandes, die 1997 durch die Biologische Station Haus Bürgel vorgenommen wurde, konnten dort 336 verschiedene Arten festgestellt werden. 19 Arten stehen auf der Roten Liste der in ihrem Fortbestand bedrohten Arten.

Charakteristisch für das Landschaftsbild sind die alten knorrigen Kopfweiden, die auf Wiesen und Weiden stehen und deren Äste früher zum Flechten von Körben benutzt wurden. Die Kopfweiden sind Elemente der Kulturlandschaft. Die typische Kopfform entsteht durch menschliche Nutzung: Silberweiden werden in einer Höhe von etwa drei Metern "geköpft". Die Weiden treiben im nächsten Jahr wieder aus, junges, biegsames Flechtmaterial wächst heran und wird erneut geschnitten. Mit der Zeit bildet sich so die typische Kopfform heraus. Korbflechter gibt es inzwischen allerdings kaum noch, daher werden die Bäume heute von der städtischen Landschaftspflegestation Hexhof gepflegt. Nur durch regelmäßiges Zurückstutzen der Äste kann ein Auseinanderbrechen der ökologisch wertvollen Weiden verhindert werden.

Die alten Kopfweiden sind aber auch für den Naturschutz von Bedeutung. Sie bieten mit ihren zahlreichen Baumhöhlen ideale Nistmöglichkeiten für Höhlenbrüter wie zum Beispiel den Steinkauz und den Gartenrotschwanz. Im Himmelgeister Rheinbogen gibt es noch etwa fünf Brutpaare der in ihrem Bestand landesweit gefährdeten Tiere.

Bezeichnung und Lage des Gebietes weisen bereits auf ein weiteres prägendes Element hin. Die gestaltende Kraft des Rheinstroms hat die Naturgeschichte des Gebietes stark beeinflusst. Auch heute noch werden bei Hochwasser weite Teile des Himmelgeister Rheinbogens überflutet. Zahlreiche, zum Teil mehrere Meter tiefe Erosionsrinnen, die so genannten Hochflutmulden, ziehen sich vor allem im westlichen Abschnitt durch das Gelände und sind auf den Acker- und Weideflächen gut zu erkennen. Sie füllen sich bei Hochwasser zuerst und bleiben auch bei abklingendem Wasser noch längere Zeit gefüllt. Bei stärkeren Hochwässern, wie in den Jahren 1993 und 1995, werden Hochflutsedimente wie Sand und Lehm auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen abgelagert.

Auenlandschaften gehören wegen ihres Reichtums an Pflanzen und Tieren zu den wertvollsten Lebensräumen in der Natur. Die bunten Blumenwiesen auf dem Itterdamm weisen Kostbarkeiten aus dem Reich der Flora auf, die sonst kaum noch zu finden sind: Glockenblumen, Wiesen-Salbei, Acker Witwenblume, Kronwicke, Wiesenknopf und Herbstzeitlose.

Eine weitere Besonderheit im Himmelgeister Rheinbogen ist der Schlosspark Mickeln, der gleichzeitig Teil des Naturschutzgebietes ist, aber auch als Schöpfung des Gartenarchitekten Maximilian Weye unter Denkmalschutz steht.

Auf einem befestigten Rundweg lässt sich der Himmelgeister Rheinbogen ideal bei einem Spaziergang kennen lernen. Folgt man vom Parkplatz aus dem Kölner Weg vor, trifft man nach ca. 200 Metern auf den ehemaligen Bachlauf der Itter. Dieser lässt sich auch im Stadtteil Itter entlang der Straße "Am Broichgraben" verfolgen. Hier erinnert eine beschriftete Steinsäule an sein "Schicksal", ehemals die Wassergräben des Benrather Schlossparks zu füllen und nun dort in den Rhein geleitet zu werden.

Karte Himmelgeister Rheinbogen

ÖPNV:  Bus 835 / Haltestelle Alt Himmelgeist
Parkplätze im begrenzten Umfang vorhanden