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Naturschutzgebiet Benrather Schlosspark

Der Wald im Schlosspark Benrath ist Teil eines bedeutenden Gartendenkmals und aufgrund seiner Naturnähe und Vielfalt an seltenen Pflanzen und Tieren auch ein wertvolles Naturschutzgebiet. Beides ist Ausdruck der reichen und wechselvollen Natur und Kulturgeschichte des Ortes. 1992 wurde der Schlosspark von der Bezirksregierung als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das 45 Hektar große Areal umfasst den Wald und angrenzende Wiesenstreifen.

Nicolas de Pigage, auf dessen Plänen die heute sichtbare Gestaltung des Schlossparks zurückgeht, ließ zwischen 1755 und 1770 ein geometrisches System von Wegen und Plätzen in den dichten Waldbestand des ehemaligen Tiergartens schlagen. Die Pflege beschränkte sich jedoch jahrzehntelang auf die Hauptwegeachsen, so dass dazwischen liegende, gestaltete Elemente durch die natürliche Entwicklung des Waldes verschwanden. So treffen die geraden Linien und geometrischen Formen der spätbarocken Gartenanlage im Wald auf urwüchsige Natur. Schon der Königliche Hofgärtner zu Benrath, Wesener, beschreibt in einem Aufsatz aus dem Jahre 1893: "Allenthalben bewundern wir die Ueppigkeit des Unterholzes, die Stärke und Erhabenheit riesiger Buchen, Eichen, Akazien, Fichten, Birken ...".

Ein Gutachter hat bei Betrachtung des Parkwaldes einmal formuliert: "Einen so naturnahen Waldbestand findet man sonst nur in einem Nationalpark!" Alle Phasen eines Naturwaldes sind vorhanden: ganz junge Bäume, Bäume mittleren Alters, alte und uralte Baumriesen. Diese uralten Bäume weisen viel abgestorbenes, morsches Holz auf und sterben schließlich ab. Fallen Sie um, entsteht eine Lichtung. Das Holz wird im Laufe einiger Jahre von Pilzen, Bakterien und vielen Tieren zersetzt. Dann beginnt die Entwicklung von Neuem: Gräser und Wildstauden wie etwa der Fingerhut profitieren vom jetzt wieder auf den Boden vordringenden Licht. Jungwuchs von Bäumen stellt sich ein. Zunächst wachsen so genannte Pionierarten wie Birke, Eberesche, Vogelkirsche und Bergahorn. Wird der Aufwuchs dichter, kommen nach vielen Jahren die Rotbuchen wieder durch, die in jungen Jahren im Halbschatten besonders konkurrenzfähig sind.

Der vielfältige Wald bietet zahlreichen Pflanzen und Tieren Lebensraum. Den größten Flächenanteil nehmen Buchenbestände im Alter zwischen 120 und 250 Jahren ein. Dazu kommen Eichen, Hainbuchen, Bergahorn und Vogelkirschen. Den ältesten Baumbestand bilden die ehemaligen Hochhecken aus Linden, die durch unterbliebene Schnittmaßnahmen unbeabsichtigt zu der markanten Lindenallee ausgewachsen sind. Diese Linden sind circa 250 Jahre alt. Sie wurden aus Sicherheitsgründen gekappt, in Kastenform geschnitten und - wo nötig - durch Neupflanzungen ergänzt.

Die Vogelwelt profitiert vom Reichtum des Waldes: 82 verschiedene Arten kann man beobachten, darunter Kleiber, Waldlaubsänger und Buntspecht. Sogar Greifvögel wie der Habicht brüten im Schlosspark. Aber vieles lebt im Verborgenen. Abgestorbene Bäume stellen einen wertvollen Kleinlebensraum dar. Bei aktuellen Untersuchungen wurden über 300 holzbewohnende Käferarten festgestellt. Mit dem so genannten Juchtenkäfer und dem Hirschkäfer leben auch Tiere dort, die europaweit durch Naturschutzrecht geschützt sind.

Die Gewässer des Benrather Schlossparks wurden ursprünglich von der Itter gespeist. Als sich mit Beginn der Industrialisierung die Fontänen durch die Abwässer der Färbereien im Oberlauf der Itter mal blau, mal rot verfärbten, entschloss man sich, die Itter direkt in den Rhein zu leiten. Seither speist ein Brunnen das verzweigte Teich- und Kanalsystem des Parks.

Im Waldteil des Benrather Schlossparkes findet man neben Moosen, Farnen und Gräsern eine Vielzahl von blühenden Pflanzen, die unter dem Laubdach der Bäume und Sträucher wachsen.

Karte Benrather Schlosspark

ÖPNV: Straßenbahn 701, U74 / Haltestelle: Benrather Schlossallee

S-Bahn, Regionalexpress: Haltestelle Bahnhof Benrath

Parkplatz: Urdenbacher Allee