Sechs außergewöhnliche Eissorten, die ihr auf keinen Fall verpassen dürft

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Von Kinderschokolade bis Käsekuchen: Sechs außergewöhnliche Eissorten, die ihr auf keinen Fall verpassen dürft

Nichts gegen Klassiker wie Vanille und Erdbeere, doch mitunter braucht es ein wenig Abwechslung in der Waffel

Würde Marco Polo noch heute durch die Weltgeschichte reisen, er würde Düsseldorf ganz sicher zu einer seiner Lieblingsstädte erklären. Wieso? Der Entdecker gilt als „Vater der Eiscreme“. Er soll die süße Speise doch im 13. Jahrhundert aus dem alten China mit nach Europa gebracht haben. Während das Dessert damals noch hauptsächlich aus Milch, Reis und Honig bestand, könnte Marco Polo heute eine Vielzahl von Sorten in sämtlichen Variationen – von Sorbet bis vegan und sogar herzhaft – probieren, und zwar in, ihr ahnt es schon, so gut wie jedem Stadtteil Düsseldorfs. Wir haben sechs Eisdielen besucht, die neben einem traditionellen Angebot auch weniger bekannte, zuweilen sogar regelrecht exotische Sorten anbieten. Bleibt nur noch eine Frage: Wie viele Kugeln dürfen es sein?

Bolo de mel in „Nordmanns Eisfabrik“ 

So streng die Regeln bei der Herstellung der Eissorten ausfallen (unter anderem keine Verwendung von Farbstoffen, künstlichen Aromen und „all den anderen Konsorten aus Dosen, Tüten und Pulvern“), so vielfältig steht es um das Angebot in „Nordmanns Eisfabrik“. Mehr als 60 Variationen von Milcheis und Sorbets stellen Heike und Jörg Tatje je nach Saison her. Sie selbst verkaufen in der Hauptfiliale in Flingern (Hermannstraße 22a, an der Ackerstraße gelegen, mit toller Terrasse vor dem Laden), während Franchise-Partner euch auch in Derendorf (Tannenstraße 21), Oberkassel (Luegallee 134), auf der Immermannstraße 40 und in Büderich (Dorfstraße 2) mit so ausgefallenen Sorten wie Sanddorn, Mango-Lassi, Litchi-rosa Pfeffer, Trierer Apfel, Goldene Milch und Erdmandel versorgen. Ein Highlight von vielen: „Bolo de mel“., Also ein Eis, das nach dem traditionellen Weihnachtskuchen Madeiras mit Mandel- und Walnusskernen sowie Sternanis schmeckt. Kein Wunder, dass das Fachmagazin „Der Feinschmecker“ das Nordmanns zu einer der 15 besten Eisdielen Deutschlands kürte. Die Öffnungszeiten der jeweiligen Filialen hängen übrigens von der Wetterlage ab – also besser Daumen drücken, dass es Petrus gut mit uns meint! 

Omas Mohn-Sesam-Kuchen bei „Ice Guerilla“ 

Ein Stück Torte aus Großmutters Küche oder doch euer Lieblingseis? Qual der Wahl, nicht wahr? Kein Grund zur Sorge, denn bei „Ice Guerilla“ am Carlsplatz müsst ihr euch nämlich gar nicht entscheiden! Vielmehr bekommt ihr mit der Sorte Omas Mohn-Sesam-Kuchen das Beste beider Welten. Und auf Wunsch noch eine riesige Auswahl dazu, schließlich passen auf ein Hörnchen oder in einen Becher nicht von ungefähr gleich mehrere Kugeln. Wie wäre es also mit Weiße Schokolade mit Pistazien und Brownie, Walnuss-Feige oder Limette-Minze? Falls ihr ob des Genusses einen im wahrsten Sinne des Wortes kühlen Kopf bekommt, dürfen wir euch mit einem Fakt der Kategorie „Unnützes Wissen“ versorgen. Der beim Eisverzehr auftretende Kältekopfschmerz heißt im Lateinischen „Sphenopalatine ganglionerualgia“. Könnte ja mal bei einem Quiz vorkommen – oder, zu Recht, bei eurem nächsten Besuch bei „Ice Guerilla“.  

Zartbitterschokolade mit Rum, Whisky und Tabak bei „La Romana“ 

Pizza, Pasta, Gelato! In Sachen Leibspeisen macht Italiener*innen niemand etwas vor, so viel steht fest. Ihr Eis stellen die Expert*innen im Süden mit viel Milch bei gleichzeitig wenig Sahne und Eiern her – und sie rühren es besonders langsam. Mit einem Hauch von Luft wird es so besonders dicht, klar und lecker! Bestes Beispiel? Die Eisdiele „La Romana“ in Oberkassel. Seit 1947 bereitet die Familie bereits Gelato zu, wobei sie seit 2014 unweit des Belsenplatzes (Barmer Straße 35) und seit Kurzem auch auf dem Carlsplatz Düsseldorfer- und Besucher*innen mit herausragenden Süßspeisen verwöhnt. Unser aktueller Favorit: „Cioccolato Fondente con Monorigine Ecuador“, also Zartbitterschokolade aus Ecuadorianischen Kakaobohnen mit Aroma-Noten von Rum und Whisky sowie Nuancen von Tabak. Ein Wahnsinn in der (auf Wunsch sogar Kakao-)Waffel – oder im, ja, Toastbrot! Ebenso fein: das Gelato aus Mangofruchtfleisch. Oder darf es doch das aus Bananenmark sein? Plus eine Kugel zarter Milcheiscreme mit Amarenakirschen, Krokant, Baiser und Schokostücken? Ihr merkt: Stammgäste zählt das „La Romana“ nicht umsonst ohne Ende, zumal auch die Kuchen- sowie Crêpe-Theke ihresgleichen sucht.    

Marzipan-Brot bei „Ghirloni“  

Wenn sich Sportler etwas Süßes gönnen, dann muss es bei ihrer sonst an den Tag gelegten Disziplin etwas ganz Besonderes sein,  so wie das Eis von „Ghirloni“! Die beidseitige Begeisterung ist tatsächlich so groß, dass Claudia und Robert Ghirloni für die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf eine eigene Sorte kreierten, und das natürlich in Rot-Weiß. Das Milch-Himbeer-Eis bekommt ihr im Stadion und im Fan-Shop der Fortuna in der Altstadt, während ihr viele weitere Sorten der Eis-Manufaktur etwa in Supermärkten von unter anderem Rewe, Edeka und Globus en masse in den Einkaufswagen legt. Aber auch im Stammsitz am Nordpark (Stockumer Kirchstraße 19) stehen Frauen, Männer, Kinder und sogar Hunde Schlange: Sei es für Sorten wie Marzipan-Brot, grüner Apfel, Aprikose, Kinderschokolade oder – deutschlandweit wohl einzigartig – Leberwurst! Das lassen sich in der Regel zwar Vierbeiner schmecken, aber auch ein junger Gast verspürte kürzlich den Wunsch, einmal von der wohl exotischsten Variante zu probieren, erzählt Claudia Ghirloni. Die gute Nachricht, falls ihr den Sommer über nicht einen Tag ohne euer Lieblingseis auskommen wollt: In der Gelato-Box nehmt ihr eure Favoriten einfach mit nach Hause.  

Blauer Engel im „Eiscafé Luna“ 

Hättet ihr’s geahnt? Stolze acht Liter Eis ließ sich jede*r Deutsche im Jahr 2020 schmecken. Ganz klare Favoriten sind natürlich Vanille, Schokolade und Erdbeere – und die gibt es selbstredend auch im „Eiscafé Luna“ an der Grafenberger Allee 134. Aber: Auch Freund*innen etwas in die Jahre gekommener Sorte stellen sich hier gern in die Schlange, denn das Team offeriert eine Sorte, die sich lange besonderer Beliebtheit erfreute, dann aber ein wenig in Vergessenheit geriet. Wisst ihr, welche wir meinen? Exakt, blauer Engel! Sehr farbintensiv, sehr gut! Laut Recherche im weltweiten Netz kommt der Farbton durch eine Flüssigkeit namens Pasta Fiocco Azzurro aus Zuckersirup, Zuckerwasser, Glukosesirup, Aromen sowie E 131–E 151 zustande. Erfunden wurde sie im italienischen Bistagno im Piemont. Falls euch der Sinn lieber nach etwas Traditionellerem, aber nicht unbedingt Klassischem steht, empfehlen wir Käsekuchen, Blutorange und Snickers.  

Schwarzer Tee bei „Bing Go“ 

Eis ist gleich Eis? Tatsächlich gilt das Motto „Unterschiedliche Nationen, unterschiedliche Herstellung“. In Frankreich zum Beispiel bevorzugt man Eis auf einer Ei-Creme-Basis, während Italiener*innen oft gänzlich auf das tierische Produkte verzichten. Oder es, wie erwähnt, zumindest sehr dosiert verwenden. Japaner*innen lieben es dagegen bitter-herb! Bei „Bing Go“ (Immermannstraße 27) kostet ihr zum Eis in den Sorte Schwarzer Tee und Matcha, und das entweder im schwarzen Sesam-Hörnchen oder in der typischen und auf Instagram gern gezeigten Fischwaffel, die es im Frühling übrigens sogar in Rosa gibt. Pünktlich zur Kirschblüte kommt das Gebäck als alternatives Dessert mit einer saftigen Rote-Bohnen-Füllung daher. Keinesfalls verpassen solltet ihr außerdem das populäre „Snow Ice“, das ein wenig an das auch hierzulande bekannte Kratzeis erinnert. 

Titelbild: Nordmanns Eisfabrik, Marcus Pietrek

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