Was macht David Bowie am Rheinufer?

The Sound of Düsseldorf

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Interview mit Henk Wyniger, Designer und Illustrator aus Düsseldorf

Henk Wyniger lebt als selbständiger Designer und Illustrator in Düsseldorf. Vor Corona nahm er an unserer Musik-Stadtführung „The Sound of Düsseldorf“ teil – entlang der legendären Clubs und Kneipen. Unterwegs spielt die Boombox die wichtigsten Songs „Made in Düsseldorf“. Mitten in der Pandemie hat Wyniger der Stadtführung jetzt ein illustratorisches Denkmal gesetzt. Wir haben mit ihm über die Tour, die beiden Guides und die Musikstadt Düsseldorf gesprochen.

Wer sich etwas mit Musik auskennt, fragt sich bei Ihrem Bild zuerst: Was macht David Bowie an der Rheinuferpromenade, Henk Wyniger?

Bowie war in den 1970-ern vor seiner Berliner Zeit sehr interessiert in der Düsseldorfer Musikszene unterwegs. Das ist eine der spannenden Musikgeschichten, die ich auf der Stadtführung erfahren habe.

Wie sind Sie auf die Stadtführung „The Sound of Düsseldorf – Ikonische Musikorte und ihre Songs“ aufmerksam geworden?

Nach meinem Umzug von Köln nach Düsseldorf ist mir im Internet eine Liste mit Prominenten aufgefallen, die ihre Wurzeln in Düsseldorf haben. Darunter waren viele Musiker wie Westernhagen, Heino, Campino, Kraftwerk oder Doro. Ich habe daraufhin eine Illustration in einem franko-belgischen Stil angefertigt, welcher einem klassischen Comiccover nachempfunden war. Dafür brauchte ich einen guten Titel und wurde wiederum im Internet fündig. Das war mein erster Kontakt mit „The Sound of Düsseldorf“.

War die Tour das, was Sie erwartet hatten?

Nein, überhaupt nicht! Bei Stadtführungen, wie ich sie bisher kannte, war diese Führung eine echte Überraschung. Dass man in einer Gruppe begleitet von lauter Musik aus einer Boombox ähnlich wie bei einem Junggesellenabschied durch die Altstadt läuft, hatte ich nicht erwartet. Eine Stadtführung nicht nur für Musikbegeisterte. Die Tour gibt viele überraschende Einblicke und erzählt Geschichten rund um die Düsseldorfer Musikszene und deren Einfluss auf die gesamte Welt von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.

„Meine erste selbst gekaufte Platte war von Kraftwerk.“

„The Sound of Düsseldorf“ – womit haben Sie das vorher verbunden?

Meine erste selbst gekaufte Platte war von Kraftwerk, und auch die Toten Hosen habe ich mit Düsseldorf in Verbindung gebracht. Mehr wusste ich im Grunde nicht über den Sound von Düsseldorf.

Illustrator Henk Wyniger im Kreise seiner besten Freunde

Welche Story hat Sie am meisten überrascht?

Ich war dann tatsächlich erstaunt, dass Düsseldorf als Wirkungsstätte gerade für elektronische Musik international bekannt ist. Die Story über die Band NEU! oder den Musiker Wolfgang Riechmann, der in der Altstadt ein tragisches Ende gefunden hat, hat mich dann neugierig gemacht.

Haben Sie eine Erklärung, warum in Düsseldorf so viel einflussreiche Musik entstanden ist?

Ich stelle fest, dass mich diese Stadt ebenfalls sehr inspiriert. Es lässt sich hier sehr angenehm arbeiten, und man trifft viele Gleichgesinnte. Vielleicht ist es tatsächlich diese Nähe innerhalb dieser kleinen Großstadt, und der Funke der Inspiration kann so schneller auf den Nächsten überspringen.

Wie haben Sie die beiden Guides, Michael Wenzel und Sven-André Dreyer, erlebt?

Es ist, als ob die beiden die Tour nur für diesen einen Moment gemacht haben. Sie sind wahnsinnig engagiert, und man wird regelrecht von ihrer Begeisterung für Musik und Geschichten angesteckt.

Wie kam es dazu, dass Sie der Tour jetzt im Frühjahr 2021 ein grafisches Denkmal gesetzt haben?

Düsseldorf hat musikalisch mehr zu bieten als Kraftwerk, Campino und Heino. Ich beschloss, mein fiktives Comiccover kurzerhand umzuzeichnen. Vorne rechts sind die beiden Guides Michael und Sven zu sehen, sie führen durch die Geschichte. Dann ist da natürlich Bowie, der sich für die Düsseldorfer Gruppe NEU! interessiert. Campino ist als Vertreter der Punkszene Rad schlagend zu sehen. Die traurige Geschichte von Wolfgang Riechmann hat mich besonders berührt, das ist der junge Mann in Blau hinter Bowie. Auf der Bank sitzt Ralf Dörper der gerne Camouflage trägt, in den 1980-ern war ich selbst Fan seiner Band Propaganda. Zu den vier robotermäßig flanierenden Herren mit den roten Hemden und schwarzen Krawatten muss ich nicht viel sagen, sie sind weltbekannt. Eigentlich müssten noch sehr viel mehr Personen auf das Bild, es wird den vielen Geschichten aus der Führung nicht gerecht. Vielleicht folgt irgendwann nochmal ein Update.

Sie haben die Illustration kürzlich auf Instagram veröffentlicht. Was ist, wenn man sich das Gemälde an die Wand hängen möchte?

Wer sich für meine Illustrationen interessiert, kann mich gerne auf meiner Homepage oder meinem Instagram-Kanal besuchen. In meinem Shop biete ich auch einen signierten Fine Art Print an.

Was für Musik haben Sie eigentlich gehört, während Sie an dem Werk gearbeitet haben?

Auf Spotify gibt es eine Playlist eigens zur Tour, zusammengestellt von Sven und Michael.


 

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Bilder: © Henk Wyniger

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