Sechs Orte, wo bekannte Düsseldorfer ruhen

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Sechs Orte, wo bekannte Düsseldorfer ruhen

Wir stellen euch besondere Grabmale auf Düsseldorfer Friedhöfen vor

Friedhöfe sind mehr als die letzte Ruhestätte für Verstorbene. Sie sind friedvolle Orte, oft parkähnlich angelegt. Viele der alten Grabstätten wirken wie Kunstwerke und wecken kulturhistorisches Interesse. Zudem könnt ihr bei einem Spaziergang entlang der oftmals liebevoll gestalteten Gräber Persönlichkeiten der Zeitgeschichte begegnen.

Familie Henkel – Nordfriedhof

Fritz Henkel war ein Visionär. Er gründete nicht nur den Waschmittel- und Klebstoffkonzert Henkel, sondern ließ bereits einige Jahre vor seinem Ableben 1930 eine Grabanlage errichten. Das offene Bauwerk erinnert an einen Tempel, der von einer Glaskuppel überdacht ist. Im Innenraum  befindet sich eine Frauengestalt aus weißem Marmor. Zu finden auf dem Nordfriedhof.  

Maximilian Friedrich Weyhe – Golzheimer Friedhof

Ohne ihn gäbe es weder den Hofgarten noch den Schlosspark Benrath. Maximilian Weyhe war einer der namhaftesten Gartenkünstler des 19. Jahrhunderts. Für Düsseldorf plante er insgesamt 25 Gartenanlagen, darunter den Schwanenspiegel und den Kö-Graben. Auf dem Golzheimer Friedhof, der zu den bedeutendsten kulturhistorischen Friedhofsanlagen in Nordrhein-Westfalen zählt, fand der geborene Bonner 1845 seine letzte Ruhe. 

Rosemarie Nitribitt – Nordfriedhof

Sie kannte ihre Geheimnisse, sie sah in ihre Abgründe. Rosemarie Nitribitt verkehrte mit bedeutenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik. Vermutlich wurde ihr dies zum Verhängnis – 1957 fand man die Edelprostituierte im Alter von 24 Jahren erwürgt in ihrem Frankfurter Appartement. Um ihr Ableben ranken sich viele Gerüchte, ihre Geschichte inspirierte zu mehreren Spielfilmen und einem Musical. Die gebürtige Düsseldorferin ruht auf dem Nordfriedhof.

Andreas Achenbach – Nordfriedhof

Bereits im Alter von zwölf Jahren wurde Andreas Achenbach Schüler der Düsseldorfer Kunstakademie. Vier Jahre später beeindruckte er mit einer „Ansicht des alten Akademiegebäudes“ die Kunstwelt. Achenbach entwickelte sich zu einem herausragenden Vertreter der europäischen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts und prägte die Düsseldorfer Malerschule entscheidend mit. Er starb 1910 in Düsseldorf. Über seinem Ehrengrab auf dem Nordfriedhof wacht ein trauender Engel des Bildhauers Karl Janssen.

Kay und Lore Lorentz – Friedhof Heerdt

Im Hinterzimmer einer Düsseldorfer Kneipe gründeten Kay und Lore Lorentz 1947 das „Kom(m)ödchen“, das heute – geleitet vom gemeinsamen Sohn Kay – zu den renommiertesten Kleinkunstbühnen Deutschlands gehört. Lore Lorentz selbst stand mit mehr als 40 Programmen im Rampenlicht. Sie wurde zur „Grand Dame“ des deutschen Kabaretts und galt vielen Nachwuchskünstler*innen als Lehrmeisterin und Vorbild. Das Ehepaar liegt in Heerdt begraben

Die Toten Hosen – Südfriedhof

„Youʼll never walk alone“ – die Fußball-Hymne erklingt am Ende jedes Tote-Hosen-Konzerts. Und sie steht als Inschrift auf dem schwarzen Grabstein, der die Ruhestätte des Hosen-Fahrers Uwe Faust schmückt. Er ist der erste, der auf dem Grabfeld, das die Band 2001 auf dem Südfriedhof kaufte, beigesetzt wurde. 2015 folgte Hosen-Manager Jochen Hülder, ein Jahr später der Ex-Toten-Hosen-Drummer Wolfgang „Wölli“ Rohde. Die Musiker und ihre Crew betrachten sich als Familie, auch über den Tod hinaus.

Titelbild: Illumination des Nordfriedhofs an Allerheiligen
© Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

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