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"Jröner Jong" im Hofgarten
"Jröner Jong" im Hofgarten

Hofgarten

Der Hofgarten ist die grüne Lunge der City. Er erstreckt sich von der Jacobistraße mit Schloss Jägerhof und dem angrenzenden Malkasten-Gelände bis zur Heinrich-Heine-Allee an der Altstadt und von der Königsallee bis zur Rheinterrasse am Rheinufer.

Wegen seiner Vielfältigkeit und den gegenüber der Natur geradezu künstlich, streng und bewusst gestaltet wirkenden Formen, ist er ein beliebtes Ziel für erholsame Spaziergänge. Die Reitallee mit ihren vier Baumreihen ist diesen Formen verpflichtet, genauso wie die schnurgerade gefasste Düssel sowie der kleine Blumengarten mit den genau abgegrenzten Beeten. Diese strengen Formen bilden einen reizvollen Gegensatz zu den übrigen Teilen des Hofgartens, die im Geiste des englischen Parkstils mit landschaftsbelebenden, sehr "natürlich" wirkenden Elementen gestaltet sind. So finden sich auf dem 27,73 ha großen Gelände des Hofgartens ebenso weite Wiesen mit prächtigen einzeln stehenden Bäumen, die nach den Vorstellungen des Hofgartenschöpfers Maximilian Weyhe „naturnah" belassen sind.

Nördlich der Maximilian-Weyhe-Allee stehen die meisten der 2000, bis zu 200 Jahre alten Bäume des Hofgartens und erinnern an einen kleinen Wald. Die ruhig plätschernde Düssel, das Bassin mit dem "Jrönen Jong" und der stille Weiher an der Landskrone bringen ein belebendes Element in den Hofgarten.

Das Hofgärtnerhaus war einst der Wohnsitz des berühmten Gartenarchitekten Maximilian Weyhe.

Der friedliche Hofgarten verdankt seine Entstehung - so abwegig es klingt - kriegerischen und militärischen Gegebenheiten. Die Auseinandersetzungen im Siebenjährigen Krieg hatten die Grundstücke von Pempelfort, die damals außerhalb der Befestigungen lagen, stark in Mitleidenschaft gezogen. Reichsgraf Franz Ludwig Anton von Goltstein, Statthalter des Kurfürsten, wollte diese Verwüstungen beseitigen. So wurde 1769 der älteste Teil des Hofgartens zwischen Schloss Jägerhof und Wasserbassin mit "Jrönem Jong" nach den Plänen von Nicolas de Pigage im französisch-klassizistischen Stil angelegt.

Damit ist der Düsseldorfer Hofgarten Deutschlands erster und ältester öffentlicher Park. Zwischen 1797 und 1799 fielen große Teile des Hofgartens militärischen Planungen zum Opfer. Die Franzosen, die in den Wirren der Revolutionskriege Düsseldorf eingenommen hatten, bauten die Stadt als Festung aus.

Nach dem Frieden von Lunéville 1801 mussten die Franzosen Düsseldorf jedoch wieder verlassen und die Festungswerke wurden geschliffen. So entstand Platz für eine Erweiterung des Hofgartens, mit der 1804 nach den Plänen Maximilian Weyhes begonnen wurde und die 1811 von Napoleon, der mit einem "Verschönerungsdekret" den Düsseldorfern die ehemaligen Wallanlagen für Grünanlagen überließ, ausdrücklich anerkannt wurde. Weyhe schuf einen Landschaftsgarten im englischen Stil. Seine Kunst, Bodenerhebungen und sanfte Täler auf engem Raum anzuordnen und "natürliche" Landschaft zu zaubern, ist im Hofgarten gut abzulesen: Das Zusammenspiel der Hügel Landskrone, Hexenberg und Ananasberg sowie der Napoleonsberg mit den angrenzenden, weiten Wiesen ist meisterlich gelungen.

Weyhe gestaltete auch große Teile des alten französischen Gartenteils neu, nur die Reitallee und die Seufzerallee neben der Düssel blieben erhalten. Der Hofgarten war eingebunden in die Stadtplanung der damaligen Zeit. Trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere und unterschiedlicher Ansichten arbeiteten der Gartenarchitekt Weyhe und der Stadtplaner Adolph von Vagedes eng und fruchtbar zusammen. Ein Grünzug vom Rhein über Schwanenspiegel, Königsallee, Hofgarten und Heinrich-Heine-Allee zum Rhein sollte entstehen.

Im Rahmen der EUROGA 2002plus unter dem Leitthema "Dezentrale Landesgartenschau" wurde der Hofgarten als erster deutscher Volkspark saniert.

Zahlreiche historische Denkmäler und moderne Skulpturen beleben den Hofgarten. Als „künstliche Objekte“ ergänzen sie die vielfältigen Landschaftsformen des Parks und setzen reizvolle Akzente. Am beliebtesten ist sicherlich der Märchenbrunnen, der mit seinen gefälligen Formen und seinem Charme in einer lauschigen Ecke nahe des Weihers steht und Spaziergänger immer wieder zum Verweilen und Betrachten einlädt.

Darüber hinaus gibt es die klassizistisch-romantische Stephanienbüste, das durch seine Schlichtheit wirkende Denkmal für den Hofgartenschöpfer Weyhe sowie vom Nationalgefühl geprägte und nachdenklich stimmende Ehrenmäler für gefallene Soldaten; und nicht zuletzt moderne Skulpturen wie Vadim Sidurs „Mahner" und die Liegende Figur in zwei Teilen von Henry Moore.

 

Schloss Jägerhof
Im Stadtzentrum am östlichen Rand des Hofgartens befindet sich Schloss Jägerhof, ein ehemaliges Jägerhaus, das Prinz Friedrich von Preußen nach Umbauarbeiten als Wohnsitz diente. Erbaut wurde das Schloss von 1749 bis 1763 im Rokoko-Stil nach einem Entwurf des Architekten J. J. Couven.

Im Jahre 1796 wurde der Jägerhof von den Revolutionstruppen geplündert und erst 1811 zu Napoleons viertägigem Besuch in Düsseldorf wieder hergerichtet.

Das im 2. Weltkrieg beschädigte Schloss wurde 1950 von Helmut Hentrich wieder aufgebaut und es fanden zeitweise einige Empfänge der jungen Bundesrepublik dort statt.

Seit 1955 wird das Schloss Jägerhof als Museum genutzt. Zunächst durch das Stadtmuseum, später durch die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, die dann im Jahr 1986 in den Neubau am Grabbeplatz zog.

Heute ist das Goethe-Museum im Schloss Jägerhof untergebracht, eine umfassende Sammlung zu Leben und Werk des Dichters. Neben den Museen in Weimar und Frankfurt ist es das wichtigste Museum über den großen deutschen Dichter.

 

Orientierungsplan

 

Lage
Pempelfort/ Stadtmitte/ Heinrich-Heine-Allee/
Inselstraße/ Jägerhofstraße/ Hofgartenstraße
40479 Düsseldorf
Größe 27,73 Hektar