Die lauteste Stadtführung der Stadt

The Sound of Düsseldorf

Die bekanntesten Bands der Stadt sind die Elektro-Pioniere Kraftwerk und die Toten Hosen, die aus der Punk-Szene stammen. Bei der Popmusik-Führung „The Sound of Düsseldorf“ kann man die wichtigsten Musikorte kennen lernen.

Düsseldorf ist eine Musikhochburg. In den vergangenen 50 Jahren sind immer wieder Bands, Musiker*innen und andere kreative Köpfe vom aus Rhein gestartet, um Weltruhm zu erlangen und sich in die Annalen der Popmusik einzutragen. „Es wird immer weitergehen. Musik als Träger von Ideen“ – diese Botschaft trugen Kraftwerk von Düsseldorf aus in die Welt. „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht“, sangen die bundesweit einflussreichen Fehlfarben, die sich ebenfalls in Düsseldorf zusammenfanden. Und Campino textete für die Toten Hosen in „Tage wie diese“ über seine Heimatstadt: „Entlang der Gassen, zu den Rheinterrassen/Über die Brücken, bis hin zu der Musik“.

Wer heutzutage in Düsseldorf unterwegs ist, findet eine lebendige lokale Musikszene vor, die im Geiste der bekannten Vorbilder agiert oder auch komplett eigene Wege geht. Die starke Präsenz der Kunstakademie und die vielen Schauplätze, an denen zeitgenössische Kunst ausgestellt wird, beeinflussen den kreativen Prozess bis heute.

Kraftwerk – Electro-Sounds für die Zukunft

Mit dem Aushängeschild Kraftwerk kommt die international einflussreichste deutsche Band aus Düsseldorf. Von hier aus starteten sie ihre musikalische Karriere und blieben der Stadt am Rhein immer treu. Erste Konzerte von Kraftwerk fanden im Creamcheese statt – in dem Künstler und Professoren der weltweit renommierten Kunstakademie wie Joseph Beuys, Anatol Herzfeld und Günther Uecker zu den Stammgästen zählten. An der Theke standen die späteren Kunststars Blinky Palermo, Imi Knoebel oder Katharina Sieverding, die Gestaltung des Raumes übernahmen unter anderem Videokunst-Pionier Lutz Mommartz und der Jahrhundertmaler Gerhard Richter.

Der Einfluß von Kraftwerk auf die Popmusik kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. „Im Oktober 1975 saß ich auf Sitz Q 36 und wurde Zeuge des ersten Tages meines restlichen Lebens“, beschreibt Andy McClusky von Orchestral Manoeuvres in the Dark (OMD) den Besuch eines Kraftwerk-Konzertes in Liverpool. Schließlich wollte er ab diesem Tag seinem großen Idolen Kraftwerk nacheifern und elektronische Musik machen. – OMD selber wurden zu Pionieren des Synth-Pop.

Erinnerungsorte der Popgeschichte

In Düsseldorf gibt es viele Erinnerungsorte von Kraftwerk, die auf der Popmusik-Führung „The Sound of Düsseldorf“ angesteuert werden – garniert mit reichlich Storys zu den vielen anderen Düsseldorfer Bands und Musiker*innen. Geleitet wird die Tour von zwei lokalen Musikjournalisten und wandelnden Gedächtnissen der Düsseldorfer Musikszene, Hörbeispiele kommen aus einer Boombox. Neben Kraftwerk stechen sicherlich die Toten Hosen heraus. 2022 feiert die unverwüstliche Band ihr 40-jähriges Jubiläum. Zeit, um die anekdotenreiche Bandgeschichte Revue passieren zu lassen, an ihre Zeiten als jugendliche Punks im Ratinger Hof, dem Düsseldorfer CBGB, zu erinnern und die so erfolgreiche Wandlung von einer rotzigen Punk-Combo hin zu Deutschlands wohl beliebtester und verehrtester Band nachzuverfolgen.

50 Jahre NEU!

Mit Klaus Dinger ist ein „artist artist“ seiner Heimatstadt immer treu geblieben. Heute wird er als „Urvater des Techno“ bezeichnet. Seine Band NEU! gründete er gemeinsam mit dem Gitarristen Michael Rother in der Kunsthalle von wo aus sein monoton-pulsierender Motorik-Beat die Welt eroberte – und Künstler*innen und Bands wie Thom Yorke (Radiohead), Sonic Youth, Placebo oder Blur inspirierte. Im März 2022 feiert das gleichnamige Debütalbum NEU! seinen 50. Geburtstag, das Dinger nach seinem kurzen Intermezzo als Kraftwerk-Drummer beim legendären Produzenten Conny Plank aufnahm. Dass Klaus Dingers NEU! in Deutschland wenig rezipiert wurden, änderte David Bowie 1997 vor Millionenpublikum. Auf der „Wetten, dass...“-Couch neben Thomas Gottschalk sprach er davon, wie ihn diese Musik aus Düsseldorf begeisterte (https://www.youtube.com/watch?v=qNjHfSEmYDQ ab 2:20). Klaus Dinger, der im Düsseldorfer Stadtbild jahrelang mit seinen weißen Overall und seinen langen Haaren bekannt war, beschäftigte sich nach NEU! ausgiebig mit seiner Heimatstadt – das verdeutlichen schon der Bandname La Düsseldorf oder der Albumtitel Japandorf.

Ratinger Hof und der Punk

Ende der 70er Jahre starteten junge Musiker*innen eine neue Revolution. Die Künstlerkneipe Ratinger Hof wurde zum Geburtsort des deutschen Punk. Hier sang eine neue Generation Lieder auf Deutsch und wurden so zum Vorreiter der kommerziell überaus erfolgreichen, massentauglichen Neuen Deutschen Welle. Neben Bands wie KFC, Deutsche-Amerikanische Freundschaft (DAF), den Hosen-Vorgänger ZK oder den Fehlfarben traten aber auch zum ersten Mal reine Frauenbands wie Östro 430 auf, die selbstbewusst in der Männer-dominierten Musikszene auftraten. Aus dem Umfeld des Ratinger Hofes kamen auch international erfolgreiche Bands wie Propaganda und die Krupps.

Vom Salon in der Welt

Zum Beginn des neuen Jahrtausends eröffnet dann mit dem Salon des Amateurs in der Kunsthalle eine neue Institution, die wunderbar in die Reihe von Creamcheese und Ratinger Hof passt. Vom Salon aus brach eine junge Riege von Musiker*innen auf, um eine neue Spielart des „Sound of Düsseldorf“ in die Welt zu tragen – darunter Musiker*innen wie Toulouse Low Trax, Lena Willikens, Jan Schulte oder der Pianist Hauschka. Im Jahr 2017 zählte das Reiseportal hostelword.com den Salon des Amateurs zu den 20 besten Clubs weltweit. Heute ist der Club Dreh- und Angelpunkt der Düsseldorfer Kreativ- und Musikszene.

 

Aktuelle Meldungen und Informationen von Düsseldorf Tourismus erhalten Sie auch auf unserem Facebook-Account www.facebook.com/VisitDuesseldorf. Werden Sie ein Follower unserer aktuellen Tweets auf  www.twitter.com/visitdusseldorf oder besuchen Sie uns bei Instagram auf www.instagram.com/visit_duesseldorf/.